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Wie nachhaltig ist Photovoltaik wirklich?

Wie nachhaltig ist Photovoltaik wirklich?

Bei der Entscheidung für oder gegen eine Solaranlage stellen sich viele neben den Kosten und der Frage nach der richtigen Anlagengröße auch ganz grundsätzlich die Frage, wie nachhaltig das Ganze auf Dauer eigentlich ist. Im Allgemeinen sind Solaranlagen eine der wichtigsten Technologien für die Energiewende. Aber um wirklich einzuordnen, wie nachhaltig Solaranlagen wirklich sind, lohnt es sich einen Blick auf den gesamten Lebenszyklus der Anlage zu werfen. Betrachten sollte man hierbei den zeitlichen Ablauf von der Herstellung der Anlage über den Betrieb bis hin zum Recycling einer alten Anlage, die nicht mehr funktionsfähig ist. Vorweg sollten wir aber noch klären, was genau Nachhaltigkeit ist: Generell versteht man unter dem Begriff „Nachhaltigkeit“, dass wir unsere aktuellen Bedürfnisse decken, ohne die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen zu gefährden. Es geht also in erster Linie darum, verantwortungsvoll zu handeln, sodass unsere Systeme (ökologisch, ökonomisch und das soziale System) dauerhaft funktionieren können. Dabei gibt es drei Säulen der Nachhaltigkeit:

  1. Ökologische Nachhaltigkeit: Diese Ebene befasst sich mit dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, der Bewahrung der Artenvielfalt, der Ressourcenschonung (z. B. Wasser, Energie, Rohstoffe) und dem Klimaschutz.
  2. Ökonomische Nachhaltigkeit: Diese Ebene beschreibt eine langfristige, stabile Wirtschaftsweise, die nicht auf Kosten der Umwelt oder sozialer Gerechtigkeit geht und faire Gewinne erwirtschaftet.
  3. Soziale Nachhaltigkeit: Die dritte Ebene beschreibt die Förderung von Chancengleichheit, Menschenrechten, sozialer Gerechtigkeit und der Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse weltweit.

Welche Faktoren beeinflussen die Ökobilanz von Photovoltaik?

Um Produkte oder Technologien wie eine Solaranlage objektiv zu bewerten, wird häufig eine sogenannte Ökobilanz herangezogen. Sie betrachtet sämtliche Umwelteinflüsse über den kompletten Lebensweg hinweg – also Rohstoffgewinnung, Produktion, Transport, Nutzung und Wiederverwertung. Bei Solaranlagen entstehen relevante Umweltwirkungen fast ausschließlich in zwei Phasen: bei der Herstellung und am Ende der Lebensdauer beim Recycling. Während des laufenden Betriebs arbeiten Solaranlagen emissionsfrei und ohne schädliche Nebenwirkungen. Besonders entscheidend ist der Produktionsprozess. Welche Rohstoffe werden eingesetzt? Wie energieintensiv ist die Herstellung? Und vor allem: Aus welchen Quellen stammt der Strom, der in den Produktionsstätten genutzt wird? Je höher dort der Anteil erneuerbarer Energien ist, desto besser fällt die Umweltbilanz der Module aus.

Eine großflächige PV-Anlage auf dem Dach eines Einfamilienhauses.

Rohstoffe, Herstellung und mögliche Schadstoffe

Die meisten Bestandteile moderner Solarmodule gelten als unproblematisch – sowohl in Bezug auf Umweltwirkungen als auch auf ihre Verfügbarkeit. Der wichtigste Rohstoff ist Quarzsand, aus dem sowohl das Glas als auch das Silizium für die Solarzellen gewonnen wird. Beides sind natürliche Materialien mit geringen Umweltauswirkungen. Das Aluminium, welches häufig für den Rahmen verwendet wird, punktet durch seine Langlebigkeit und sehr gute Recyclingfähigkeit. Auch das Silber, welches für elektrische Kontakte benötigt wird, kommt nur in kleinen Mengen zum Einsatz. Potenziell kritische Stoffe sind streng reguliert und stellen im normalen Betrieb keinerlei Risiko für Mensch oder Umwelt dar.

Energieeinsatz vs. Energieertrag

Ein zentraler Kennwert zur Bewertung der Nachhaltigkeit ist die sogenannte energetische Amortisationszeit. Sie beschreibt, wie lange eine PV-Anlage Strom erzeugen muss, um die Energie auszugleichen, die für ihre Herstellung benötigt wurde. Moderne Photovoltaikanlagen erreichen diesen Punkt bereits nach rund ein bis anderthalb Jahren. Danach produzieren sie über Jahrzehnte hinweg saubere Energie. Über ihre gesamte Lebensdauer erzeugen sie ein Vielfaches der ursprünglich eingesetzten Energie. Im laufenden Betrieb verursachen Solaranlagen keinerlei CO₂-Emissionen. Im Vergleich zu konventionellen Kraftwerken ist das ein entscheidender Vorteil. Jede Kilowattstunde Solarstrom ersetzt Strom aus fossilen Quellen und vermeidet damit erhebliche Mengen an Treibhausgasen. Nach der energetischen Amortisation arbeitet eine PV-Anlage sogar klimapositiv: Sie spart mehr CO₂ ein, als bei Herstellung, Transport und Installation entstanden ist. Über 20 bis 30 Jahre Betriebszeit summiert sich dieser Effekt deutlich.

Eine PV-Anlage auf einem Einfamilienhaus.

Recycling und Entsorgung von PV-Anlagen

Auch am Ende der Lebensdauer schneiden Photovoltaikanlagen gut ab. In Deutschland können ausgediente Module kostenfrei an Recyclingstellen abgegeben werden. Der Großteil der enthaltenen Materialien – insbesondere Glas, Metalle und Kunststoffe – lässt sich wiederverwerten. Durch moderne Recyclingverfahren können heute bis zu 90 Prozent der Modulbestandteile erneut genutzt werden. Das verbessert die Umweltbilanz zusätzlich und schließt den Stoffkreislauf weitgehend.

Fazit: Photovoltaik als nachhaltige Schlüsseltechnologie

Photovoltaik zählt zu den nachhaltigsten Formen der Stromerzeugung. Der emissionsfreie Betrieb, die kurze energetische Amortisationszeit, die lange Lebensdauer und die hohen Recyclingquoten sprechen eine klare Sprache. Besonders auf bereits genutzten Flächen wie Hausdächern entfalten PVAnlagen ihr volles Potenzial, ohne zusätzlichen Druck auf Natur oder Landwirtschaft auszuüben.

Eine PV-Anlage auf einem länglichen Dach eines Hauses.

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